Die wenigsten Menschen kennen die bakterielle Infektion namens Chlamydia trachomatis – dabei gehört diese Chlamydien weltweit zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten bei Frauen wie auch Männern. Allein auf Deutschland bezogen, wird die Zahl der Erkrankten auf etwa eine Million Menschen geschätzt. Umfragen haben ergeben, dass die wenigsten etwas mit dem Begriff anfangen können – eine Unkenntnis mit verheerenden Folgen für die Gesundheit.
Übertragung und Symptome von Chlamydien
Die Infektion mit Chlamydien erfolgt in erster Linie durch ungeschützten Geschlechtsverkehr, oral wie auch als Kontakt- und Schmierinfektion. Dabei sind insbesondere Menschen mit häufig wechselnden Geschlechtspartnern gefährdet.
Die Symptome machen sich nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Wochen, manchmal auch erst nach Monaten oder Jahren, bemerkbar: Bei Frauen ist vorerst die Harnröhre und/oder der Gebärmutterhals betroffen. Juckreiz, vermehrter, auch eitriger Ausfluss und Brennen während des Wasserlassens sind die unangenehmen Folgen.
Dabei können die Chlamydien in die Eileiter sowie in die Gebärmutterhöhle aufsteigen. Das führt wiederum zu Adnexitis, einer Eierstock- und Eierleiterentzündung, welche mit Fieber, starken Unterleibsschmerzen und einem akuten Krankheitsgefühl einhergeht. Statistiken belegen, dass ungefähr die Hälfte aller Sterilitätsfälle auf eine über Jahre verschleppte Infektion zurückzuführen sind. Denn das ist das Fatale: 80 Prozent der erkrankten Frauen verzeichnen keinerlei Symptome. Infolge dessen steigt die Anzahl derer, die von Chlamydien betroffen sind, rapide an.
Chlamydien bei Männern
Die Symptome für eine Infektion bei Männern sind
- die Entzündung der Urethra,
- starker Harndrang und
- gleichzeitig erschwertes Wasserlassen.
Dabei verspüren sie ziehende Schmerzen in der Harnröhre, Jucken oder Brennen beim Urinieren sowie eitrig-schleimigen Ausfluss. Darüber hinaus können sowohl die Prostata als auch die Nebenhoden entzündet sein. Ähnlich wie bei den Frauen können Chlamydien auch bei Männern symptomlos sein. Das trifft auf etwa 50 Prozent der Erkrankten zu.
Unfruchtbarkeit als Folge einer Chlamydien-Infektion
Das Heimtückische an dieser Erkrankung ist, dass sie sich ohne jegliche Anzeichen völlig unbemerkt im Körper ausbreiten kann. Oftmals “überwintern” die Bakterien jahrelang und flackern immer wieder von Neuem auf.
Ohne eine entsprechende Therapie der Chlamydien Infektion führen diese Unterleibsentzündungen jedoch bei Frauen zu einer Verklebung der Eileiter. Die Eizelle kann nicht in die Gebärmutter gelangen – eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg ist damit ausgeschlossen. Selbst wenn die Eileiter trotz allem noch durchgängig sein sollten, sind sie bei vielen Frauen durch diese Infektion und die daraus resultierenden Vernarbungen irreparabel geschädigt.
Eine Möglichkeit, um einem Kinderwunsch der Frau nachzukommen, bietet nur die In-vitro-Fertilisation, eine Möglichkeit der künstlichen Befruchtung.
Auch Männer können durch diese Erkrankung an Unfruchtbarkeit leiden, wenn das Gewebe der Nebenhoden durch eine Chlamydien-Infektion zerstört wurde.
Schützen Sie sich vor Chlamydien!
Die Verwendung von Kondomen, also die Praktizierung von Safer Sex, stellt wie bei allen anderen Geschlechtskrankheiten auch den signifikantesten Schutz dar.
Lassen Sie sich untersuchen!
Die Krankenkassen übernehmen seit 2008 die Kosten im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung die Kosten für Chlamydia trachomatis-Tests. Im Falle einer Infektion muss der Partner zwingend mitbehandelt werden. Ansonsten besteht das Risiko wiederholter und gegenseitiger Übertragungen mit Chlamydien.